Zu Anfang des Jahrtausends, als die ersten Indoor Zelte in Form der mittlerweile legendären Homebox den Markt eroberten, stand es außer Frage, dass eine weiße Innenbeschichtung die bestmögliche Reflexion des vorhandenen Lichts bietet, Die Indoor Welt entwickelte sich in den Folgejahren rasant, und so gab es mit einem Mal zahlreiche Hersteller der beliebten Indoor Zelte. Einige gingen dazu über, ihre Zelte mit einer silbernen Innenbeschichtung auszustatten und diese zum Teil sogar als Mylar zu deklarieren. Seitdem ist die Growerwelt in zwei Fraktionen gespalten.
Die Einen glauben, dass silber beschichtete Boxen besser reflektieren und zudem für Wärmebildkameras unsichtbar sind. Die anderen meinen, dass weiß besser reflektiert, weniger Wärmestau im Zelt verursacht, und dass so kleine Boxen in einer Wohnung sowieso nicht von Hubschraubern entdeckt werden.

Der Preis ist ungefähr fünf- bis zehnmal so hoch wie der der oft genutzten Schwarz-Weiß-Folie, die laut Jorge Cervantes einen Reflexionsgrad von immerhin 92% aufweist. Hochwertige Folie mit silberner Spezialbeschichtung bringt es laut „Marihuana lndoor" auf 94%, vorausgesetzt, sie ist völlig plan verlegt, frei von Knicken und, ganz wichtig, von Wasserspritzern oder anderen Verschmutzungen. Denn leider hat sich in der Praxis gezeigt, dass besonders der Einsatz von Sprühflaschen, der beim Indoor-Anbau unumgänglich ist, hässliche Kalkränder und -flecken hinterlässt, die die Reflexionseigenschaften negativ beeinflussen. Ob sie nun um eine Winzigkeit besser reflektieren als weiß oder nicht, müsste in einem unabhängigen Test, den es leider bisher in „unserem" Segment nicht gibt, gesondert ermittelt werden. So, wie es Mr. Jose für die Zelte getan hat bushplanet
Ein unabhängiger Test von „Jak Pestovat Indoor"
In Tschechien gibt es ein Growbuch, das leider noch nicht in Deutsch oder Englisch verfügbar ist: „Jak pestovat indoor" von Mr. Jose widmet dem Thema der Innenbeschichtung von Growzelten ein
ganzes Kapitel und dokumentiert dabei auch einen Testlauf, bei dem die Lichtverteilung sowie die Hitzeverteilung in einer weiß und einer silber beschichteten Box genau gemessen und miteinander verglichen werden. Der Autor ist dabei im Prinzip zum gleichen Ergebnis wie Jorge Cervantes gekommen. Als das Cervantes-Buch Mitte der 1990er Jahre auf den Markt kam, wurde die Lichtleistung in Lumen angegeben, wobei auch für Pflanzen nicht „sichtbare" (verwertbare) Lichtfarben eine Rolle bei der Ermittlung des Werts spielten. Seit ein paar Jahren besteht die Möglichkeit, Messungen in PAR/Watt durchzuführen. Diese Methode bezieht sich auf das von Pflanzen verwertbare Licht, nicht auf die gesamte Lichtleistung. PAR heißt photosynthetisch aktive Strahlung. Misst man den PAR-Wert, so wie auch Mr. Jose es in seinem Buch getan hat, schneidet weiß immer am besten ab (siehe Grafik). Auch die Wärmeentwicklung innerhalb der Zelte spricht eindeutig für weiß, was besonders für Indoorfreunde in warmen Regionen oder für Dachböden- und -schrägen-Grower interessant ist. Zwar haben silberne Zelte eine geringere Wärmesignatur, dafür heizen sie sich innen schneller auf, weil die Wärme kaum nach außen abstrahlt. Ich habe bislang von noch keiner Box für den Eigenbedarf gelesen, die aufgrund von Wärme-bildkameras enttarnt wurde, egal ob silber oder weiß. Eastside-Impex aus Berlin, die einst die „Zeltkultur" erfanden, haben sich aufgrund der Testergebnisse jetzt sogar entschlossen, die Produktion ihrer Homebox „Silver Line", die seit einiger Zeit im Programm war, einzustellen und nur noch weiß beschichtete Zelte zu produzieren. Das klingt nicht gerade nach einem PR-Gag, zudem die Berliner Firma in Growerkreisen für die schnelle Umsetzung von möglichen Verbesserungen ihrer Produkte bekannt ist.
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